Sozioökonomische Landwirtschaft
Sozial und ökologisch nachhaltige Landwirtschaft
Die Landwirtschaft, wie sie heute betrieben wird, funktioniert nur im Hier und Jetzt und ist ohne tiefgreifende strukturelle Veränderungen zum Untergang verurteilt. Erstens in wirtschaftlicher Hinsicht, da unter dem Preisdruck derzeit täglich bis zu vier landwirtschaftliche Betriebe insolvent werden. Zweitens aus sozialer Sicht, denn die Landwirtschaft befindet sich in einem Paradoxon: Als Sektor, der durch das Direktzahlungssystem am stärksten vom Staat unterstützt wird, ist sie dennoch sehr prekär und mit besonders schwierigen Arbeitsbedingungen verbunden. Drittens aus ökologischer Sicht, weil der Anteil der industriellen Tierhaltung und der für Monokulturen genutzten Flächen die Biodiversität gefährden und sie somit jede Dürre noch schwieriger machen als die vorherige. Aus diesem Grund unterbreiten die Jungen Grünliberalen hier ein neues, wirtschaftlich tragfähiges Modell für die Landwirtschaft in der Schweiz. Sie wollen das Duopol von Coop und Migros, die ihre Marktstellung missbrauchen, bekämpfen, den Landwirten Zugang zur Justiz und fairere Preise ermöglichen und die ökologischen Anforderungen an den Sektor erhöhen, während sie dessen Hauptakteure bei diesem Wandel begleiten.
Neuausrichtung der Direktzahlungen auf eine nachhaltige Landwirtschaft
Als Grundpfeiler der landwirtschaftlichen Produktion begünstigt das Direktzahlungssystem vor allem grosse Betriebe, die von ihren weiten Flächen profitieren. Dieses Modell fördert umweltschädliche Monokulturen und schränkt die Diversifizierung der Produktionsmethoden ein. Folge davon sind weniger Bauernhöfe, aber eine Zunahme des Viehbestands in Grossbetrieben. Für einen widerstandsfähigeren, innovativeren und ökologischeren Sektor ist es unerlässlich, die Prioritäten der Direktzahlungen zu überdenken. Diese sollten nachhaltige Praktiken (Agrarökologie, Permakultur usw.) unterstützen und Produzenten helfen, die ein grüneres Modell einführen wollen.
Schutz vor unlauteren Geschäftspraktiken
Die landwirtschaftliche Produktion hängt von biologischen und meteorologischen Unsicherheiten ab. Mit einer stärker marktorientierten Agrarpolitik ist der Schutz vor unlauteren Handelspraktiken, die in der landwirtschaftlichen Lieferkette weit verbreitet sind, unerlässlich. Diese Machtungleichgewichte führen zu einseitig von den dominierenden Akteuren auferlegten Bedingungen.
Bekämpfung von Machtungleichgewichten
Die Landwirtschaft, die von biologischen Abläufen und klimatischen Bedingungen abhängig ist, unterliegt erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheiten. Mit einer marktorientierten Agrarpolitik ist die Bekämpfung unlauterer Praktiken für die Akteure der Lebensmittelkette von entscheidender Bedeutung. Es bestehen grosse Unterschiede in der Verhandlungsmacht, was häufig zu einseitig von den marktbeherrschenden Akteuren auferlegten Handelspraktiken führt.
Verstärkung der Überwachung des Agrar- und Lebensmittelsektors
Der Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektor benötigt eine bessere Aufsicht. Trotz bestehender Gesetze und Kommissionen zögern viele Lieferanten aus Angst vor Repressalien, unlautere Praktiken zu melden. Die Wettbewerbskommission ist überlastet, was die Überwachung erschwert. Wir schlagen die Schaffung einer unabhängigen Aufsichtsbehörde mit Experten vor. Ausserdem wünschen wir uns eine Website für anonyme Meldungen, um diejenigen zu schützen, die Missstände melden.
Herausforderungen bei der landwirtschaftlichen Grundstücksübertragung
In der Schweiz beschränkt sich die Übertragung von landwirtschaftlichen Flächen häufig auf Familienerben. Laut einer Studie der Universität Lausanne und Uniterre können 25 % der ausgebildeten Junglandwirte keinen Betrieb übernehmen, da sie keiner landwirtschaftlichen Familie angehören. Da viele Landwirte zudem immer älter werden, ist die Übernahme durch die nächste Generation nicht gewährleistet.